Tag: 1. Januar 2026

Alle guten Wünsche

Die Inflation der Grußadressen zu bestimmten Ereignissen wie dem Geburtstag oder Jahreswechsel sorgt dafür, dass sie nur noch hastig zur Kenntnis genommen und selbst dort, wo sie über das Standardformelhafte hinausreichen, als bemüht, der Konvention verpflichtet, unpersönlich wahrgenommen werden. Erst wenn sie auf eine tagesfrische Schreckensnachricht treffen, entfalten die guten Wünsche Wucht. Ihr Wert hängt plötzlich an der Frage, wem glauben und worauf vertrauen: dem Wort, der ausgesprochenen Aussicht? Sie als belanglos abtun? Die meisten Glücksansinnen geben nicht kund, was sie belastbar machen könnte und worauf zu setzen wäre, wenn sie nicht eintreten. Das überlassen sie dem, der sie annimmt. Es sei denn, sie sprechen zugleich Segen zu.