Kategorie: Die tägliche Notiz

Begriff und Anschauung

Die stolzesten Gedanken kommen ins plumpe Stolpern, wenn für sie ein Beispiel gegeben werden soll.

Letzte Urteile

Beim Eingehen einer festen Verbindung ist genau zu prüfen, unter welchen Bedingungen sie beendet werden kann. Je früher man an später denkt, desto seltener ist es zu spät, wenn man nicht mehr an früher denken mag. Die sensibelsten Paragraphen in einem Vertrag sind seine Ausstiegsklauseln. Die Art, wie man voneinander scheidet, bestimmt maßgeblich das Urteil, das eine Beziehung im Ganzen bewertet.

Bahncard

Dialogfetzen aus dem überfüllten Zugabteil. Die Reservierungsanzeige funktioniert mal wieder nicht. Zudem ist ein anderer ICE ausgefallen, so dass dessen Gäste im Pulk in die Wagons strömen:

Der erste Fahrgast (im Gedränge suchend): „Kann man sich hier hinsetzen, oder ist das nur für die stolzen Besitzer einer Bahncard?“
Der zweite (routiniert, ein Vielfahrer): „Das hat mit den angeblichen Vorteilen einer Bahncard nichts zu tun. Da ist nur das Reservierungssystem mal wieder kaputt. Passiert häufiger. Nehmen Sie sich doch einfach einen der Sitze. Wenn jemand später mit einem Platzanspruch kommt, haben Sie halt die A…karte gezogen.“
Der dritte (resigniert, redselig): „Die Bahnkarte ist immer die Arschkarte.“

Oberflächenspannung

Warum mag kaum noch einer verstehen, dass Formfragen sich am präzisesten auf der Inhaltsebene behandeln lassen? Weil die meisten sich für Inhalte nicht interessieren, weil sie deren Qualität nicht unterscheiden können, weil sie ein Urteil scheuen, weil es auf den Inhalt nicht mehr ankommt, weil sich viel zu viele professionell nur noch mit Formproblemen herumschlagen … Dabei ist die ideale Form jene, die sich der Inhalt selber gesucht hat, um sichtbar zu sein.

Grundlos

Die Grundlosigkeit vieler unedlen Gefühle wie Hass oder, vor allem, Neid auf den Erfolgreichen lässt sie nicht weniger stabil sein. Sondern sie schafft nur den Platz für all die niederen Motive, aus denen sie ihre Energie ziehen und die kräftig genug sind, das Schöne in dieser Welt, das Intelligente und Begabte mindestens nachwirkend zu irritieren, wenn nicht zu zerstören.

Es spricht für sich

Nichts ist in der Politik so wichtig wie das Symbol. Es entlastet vom Zwang, alles aushandeln zu müssen, von Rechtfertigungsüberdruss und Dauerpräsenz. Doch wer nur sichtbar ist, wie er in großer Geste Gesetze unterzeichnet, Krisenherde oder Katastrophenorte besucht, Hände schüttelt und Schleifen am Bau durchschneidet, der verrät das implizite Wesen der Macht: Aufgaben setzen und Gesetze aufgeben zu können, Gesellschaft zu gestalten und die unterschiedlichen Gestaltungen des Lebens gesellschaftsfähig zu machen. „Es spricht für sich“: Die Sprache kennt den selber zeichenhaften Wirkungsgrad einer Sache, der in der Politik vor lauter Zeichen und Sprecher viel zu kurz kommt. Mit dieser Formel wird beschrieben, was substanziell genannt zu werden verdient.

Alles klar

„Und? Alles klar bei dir?“ fragt der Freund.
„Ich hab‘ den Durchblick längst verloren. Aber vielleicht siehst du klarer und kannst mich durchschauen?“
„Das habe ich nie. Sonst würde ich ja nicht fragen“, erwidert er.
„Aber dass du fragen musst, ist doch schon die Antwort. Sonst wäre ja alles klar.“
„Warum so kompliziert?“ antwortet er leicht ärgerlich.
„Dass nicht alles klar ist, ist für mich ein Zeichen, dass ich lebendig bin. Unkompliziert ist nur der Tod.“
„Verstehe. Ich frag‘ nicht mehr“, gibt der Freund achselzuckend auf.
„Alles klar bei dir?“

Stille des Auges

Die Faszination einer Schneelandschaft, in meterhohes helles Leuchten getaucht, allenfalls unterbrochen von kleinen Fahrrinnen auf einem Ackerweg, wird immer mit der Gedämpftheit der Stimmen verbunden. Die Welt tönt und klingt verhalten, wenn der Winter über sie eingebrochen ist. Sie schläft, so die gewöhnliche Metapher, unter einer weißen Decke. Nur dass diese fast vollständige Lautlosigkeit kein akustisches Phänomen allein ist. Mit dem Schnee verschwinden vor allem die Unterschiede, die Farben, die Formen, die Figuren. Das Sehen findet zur Ruhe und es tritt ein, was das Auge als Stille empfinden mag.

Kein böses Wort

So manche Liebe geht zugrunde, weil sprachästhetische Gründe gegen sie sprechen. Er hasste es, mit bösen Worten über seine Frau herzufallen und gab die Beziehung lieber auf, bevor unflätige Bemerkungen, die ihm auf Seele und Zunge lagen und die seinem sensiblen Empfinden für wohlgeratene Sätze so widersprachen, wie sie seinem augenblicklichen Empfinden für sie entsprachen, die Partnerschaft hätten heilen können.

Wer wollen wir sein?

Die Erweiterung der ethischen Frage von „Was soll ich tun?“ zu „Wer will ich sein?“ folgt jener Dehnung von Handlungsdimensionen, die es Maschinen immer stärker erlaubt, autonom einzugreifen in das, was wir als unsere ureigenen Entscheidungsfälle kennengelernt haben. Die Simulation eines Gesprächs, die nur funktioniert, weil der beteiligte Mensch nicht mehr merkt, dass er mit einem Apparat redet; die Auswahl des Wegs durch künstliche Intelligenz in einem Dilemma, das keine andere Wahl lässt, als Menschen zu schädigen; die aufkeimende Liebe des gebrechlichen Alten zu einem Betreuungsroboter – sie fordern weniger Kriterien, nach denen Aktionen moralisch zu beurteilen sind, als eine Selbstverständigung auf das, was menschlich genannt zu werden verdient. Spätestens wenn die Unterscheidung zwischen einem Original und seiner (digitalen) Kopie wahrnehmbar nicht mehr möglich ist und damit auch die Differenzierung von Wahrheit und Lüge, Faktum und Fake, Wirklichkeit und virtueller Realität ausfällt, steht Elementares auf dem Spiel: Ein Mensch, der seine Welt verliert, weil er sich einen widerstandsfreien Weltersatz geschaffen hat, gibt sich selbst auf. Was das über uns sagt? Wir können nur dann eigen sein, wenn wir auf Fremdes angewiesen sind, wenn die Welt uns nervt, Schmerzen bereitet, unbekannt erscheint, hartnäckig ist, Einhalt gebietet, wenn wir sie nicht beherrschen, weil sie uns jederzeit unberechenbar überraschen kann. Und wenn sie in all dem zuverlässig bleibt.

Ohne Ende

Die Begeisterung, so sehr sie nötig ist, um eine Geschichte aus ihren Anfängen herauszubekommen, findet oft ihr Ende nicht. Nirgendwo ist weniger dramaturgisches Talent als im Enthusiasmus. Er kennt keine Pausen, versäumt den richtigen Augenblick zum Aufhören, verfehlt das innere Maß einer Sache. Diese Unempfindsamkeit für gebotene Längen eines Ereignisses, sei es eines Theaterabends oder einer Gesprächsrunde, lässt sich nur noch überbieten, wenn einer so von sich selbst entzückt ist, dass er atemlos und endlos erzählt, was keiner mehr aufnehmen kann, bis zur eigenen Erschöpfung.

Nichts Halbes, nichts Ganzes

Zwitterformen sind die verlegenen Ausdrucksweisen in Übergangszeiten. Im Hybrid zeigt sich immer beides, die Unentschlossenheit, sich auf eine Sache festzulegen, die Entschlossenheit, es bei der herkömmlichen Sache nicht zu belassen. Es ist ein Aufbegehren wider traditionelle Antriebe oder Energienutzung, klassische Werkstoffe und Medien: Der Verbrennungsmotor erhält eine Aufwertung durch Batterietechnik und Elektroaggregate; die Solaranlage wird unterstützt durch eine Brennstoffzellenheizung; Stahlbauten bekommen glasfaserverstärkte Kunststoffverbindungen; die Festplatte wird durch einen Flashspeicher verstärkt – aber nicht ersetzt. Man zögert, ja schreckt zurück, das Alte durch Neues sofort in den technischen Ruhestand zu schicken, nicht zuletzt weil man den eigenen Zwiespalt, dem revolutionären Verfahren nicht ganz und gar zu trauen, in der Zwischenform angemessen repräsentiert sieht. Was das bedeutet? Hybride, deren Name einst abgeleitet wurde aus der Hybris, jenem über- und unmäßigen Hang, gegebene Grenzen nicht zu achten, und die in der Mythologie als Bastarde oder Zentauren die Welt beunruhigten, sind in Wahrheit die ständigen Begleiter eines Lebens, das nur so sein kann, dass es sich entwickelt. Und die Aufmerksamkeit, die eine Zeit auf solche Misch- und Kreuzarten legt, vom Kompromiss, dem etablierten Hybrid in der Kommunikation, bis zur aufkommenden gesellschaftlichen Sensibilität für ein drittes Geschlecht, kann allenfalls ein Indiz sein für die Empfindsamkeit gegenüber ihrer eigenen Bewegung. Es gibt nichts anderes als Übergangsphasen und Zwischenzeiten, wo der Mensch seiner Lebendigkeit begegnet.

Lieben, lernen

Jede Liebesgeschichte ist auch eine Bildungsgeschichte. Mit den Menschen, die so ins eigene Leben getreten sind, dass sie dessen Teil wurden, lernen wir Vorlieben kennen, einen neuen Musikgeschmack, ungewohnte immobiliare Einrichtungsformen, thematische Interessen und den Reichtum seines Sprachschatzes, überraschende Küchenrezepte oder Rezepturen, mit Unversöhntem umzugehen, Bewegungen zur Lustempfindung und die Lust, sich in Bewegung zu setzen, um fremde Reiseziele zu entdecken. Da spielt sich mit der Zeit ein, was zwei Liebende einander anfangs beglückend zugespielt haben. Und so manches überdauert das Ende der Beziehung, nicht nur als Erinnerung. Das alles ist so intensiv, dass immer schon behauptet wurde, nicht selten zum großen Schaden mindestens eines der Beteiligten, dass jede Bildungsgeschichte auch eine Liebesgeschichte ist. Logisch ist das nicht.

Gedankenlos

Der Egoist in Aktion: viel geschieht gedankenlos, aber nichts ohne Hintergedanken.

Nichts zu tun

So mancher Mensch, der mit dem großen Gestus der Selbstzufriedenheit sagt, er müsse in seinem Leben nicht mehr arbeiten und könne endlich tun und lassen, was er will, zeigt sich kleinlaut, wenn man ihn fragt, was er denn lassen wolle, um zu tun, was ihn zufrieden macht.

Posen und Posten

Im Infinitypool vor spektakulärer Bergkulisse baden fünf Nixen. Jede dieser frisch frisierten Frauen ist mit dem spritzgeschützten Smartphone ins Wasser gestiegen. Sie posieren. Eine nach der anderen stellt sich in den Winkel des Außenbeckens, dort wo das Sonnenlicht auf dem Gesicht sich perfekt mit den schneebedeckten Gipfeln vereint zu einem Bild von ausgesuchter Auffälligkeit. Gelegentlich wird die Flasche eines Kosmetikprodukts in die Kamera gehalten; andere Fotos fangen nur die wohlinszenierten Körper ein. Models bei der Arbeit? Es stört sie nicht, dass sie stören. Die anderen Gäste des Spas haben weniger Spaß und verziehen sich diskret in den Ruheraum. So geht das mehr als eine Stunde. Influencer? Nein, es sind schlicht Mädchen, die früh gelernt haben, das Verhalten der Postergirls zu imitieren, ihren Heldinnen nachzueifern in den Social Media-Portalen. Ihnen liegt nichts daran, das Solebad zu genießen, sondern sie spielen den Genuss nur; sie sind nicht da, auch wenn ob der ins Netz gestellten Fotos viele Zeuge davon werden, dass sie dagewesen sind. Der aktuelle Dreiklang des Erlebens lautet: Posen, posten und, nicht zuletzt, postulieren, dass möglichst eine Masse davon Kenntnis bekommt.

Wohin gehört das Warum?

Ist es bloß eine Frage der Lebenseinstellung, ob wir eher geneigt sind, Gründe einzufordern für ein „Nein“, also die Verweigerung eines kommunikativen Angebots, oder als Stütze eines „Ja“, dessen Zustimmung zunächst Verwunderung auslöst? Die Grundfrage, die einmal lange Zeit das Denken in seine Untiefen zwang – warum ist etwas und nicht vielmehr nichts? – spekulierte mit der Unwahrscheinlichkeit der Welt. Die Position galt als das, was ohne Rechtfertigung keine selbstverständliche Anerkennung in Anspruch nehmen konnte. Für alles, was ist, musste es eine erschöpfende Auskunft, mindestens eine plausible Ursache geben. Der Normalfall war die Nichtexistenz; was der Fall ist, bedurfte einer Legitimation. Nichts hat sich geändert seither. Nur dass sich die Unbedürftigkeit, eine Antwort zu schulden für das „Nein“, auf das Alltagshandeln erstreckt bis hin zur Ignoranz: Man lässt die Erwiderung einfach offen, wenn man eine Sache ablehnt. Wo ein Nein keines Grundes bedarf, genügt im Grunde nichts als die Enttäuschung einer möglichen Erwartung. Man sagt: Nicht, indem man nichts sagt. Und hört im nachfragenden „Warum nicht?“ nur noch die stillschweigende Bestätigung: Warum nicht?!

Das innere Licht

Der berühmteste unter den Sehern dieser Welt, Teiresias, der als Zukunftsforscher die antike Tragödienwelt entscheidend lenkte, war blind. Doch nicht allein, um literarisch zu unterstreichen, dass beim Blick in das Schicksal eine scharf gestellte Optik geradezu störte und alles auf die Helle des inneren Lichtes ankommt, sondern um als Maßstab überhaupt nicht gelten zu lassen, was sich einem wirklichkeitsverwöhnten Auge erschließt. Die „Wahrheiten“ all der frühen Lebenslosdeuter wie auch der modernen Prognostiker, die zu Anfang eines Jahrs Hochsaison haben, lassen sich gar nicht messen am Grad ihrer Faktizität, also der Präzision, mit der sie sich „erfüllen“, mit der sie in den Gang der Dinge eintreten. Sondern diese „Prophezeiungen“ sind „wahr“ in einem konstruktiven Sinn: im Maße ihrer Kraft, in dem sie Einfluss nehmen auf den Willen, das Faktische zu ändern.

Ein Stück weit

Was sich über unsere Anfänge sagen lässt: Wir sind immer schon ein Stück weiter.

Spiel mit der Zeit

Die Präpositionen der Zeit: Man kann auf Zeit spielen, wenn man kaum noch Zeit hat. Und mit der Zeit gehen, um nicht zu schnell vergänglich zu sein. Oder aus der Zeit fallen, obwohl man in der Zeit lebt. Aber wo steht der, der nicht auf der Höhe der Zeit ist? Neben ihr, vielleicht besser: neben sich? Ist der ohne Zeit, der aus ihr gefallen ist, oder erlebt er sie nicht gerade intensiver als andere? Ist zeitlos, was die Zeit los ist; oder zeigt es nicht besonders deutlich, was mit der Zeit los ist? In allem gilt: Wir haben genau so lang Zeit, wie das Gefühl andauert, keine Zeit zu haben.

Wissend beflissen

Wenn Ichbezogenheit und der Wille zur Dienstleistung ein Zweckbündnis eingehen, ergibt das jene Form ungezügelter Beflissenheit, der es genau so lang um den Kunden geht, wie die Erwartung aufrecht erhalten werden kann, am Ende mit der Höchstnote sozial und medial beurteilt zu werden. Auf der Wandtafel des Restaurants wünschen die Gastgeber plakativ ein erfolgreiches neues Jahr. Das Leitmotiv soll sein: Don‘t stop until you are proud of yourself. Was das bedeutet, lässt sich nicht übersehen: Ein gutes Dutzend eifriger Schürzenträger eilt nervös zwischen den Tischen hin und her, um dem Gast den Wunsch von den Lippen abzulesen, bevor dieser sich seiner Vorstellungen überhaupt hat bewusst werden können. Doch wehe, wenn das am Ende nicht angemessen honoriert wird: Dann verwandeln sich die allzu Eifrigen sehr rasch in Eifernde.

Das gefühlte Ganze

Unter den Sehnsuchtsbegriffen des Denkens findet sich „das Ganze“ ganz oben. Es ist mehr ein Gefühl als ein Konzept, nie eine Kategorie und dennoch ein handlungsleitendes Bild. Jeder Versuch, es sich als Gedanke zu erschließen, ist schon sein Scheitern. Am nächsten kommt ihm vielleicht die plötzliche Anschauung des Wanderers, der durch eine Lichtung am Hang ins Tal sieht und auf die gegenüberliegenden Berge blickt, ein Panorama schönster Naturformationen. Er versteht auf Anhieb, was am „Ganzen“ so fasziniert: Es ist kaum der vielbeschworene Vergleich mit der Perspektive Gottes. Im Unterschied zu dieser, die alles ins Auge fasst, Großes und Kleinstes, hat der überblickende Mensch gerade keine Chance, sich um die Details zu kümmern. Das Panorama enthebt von der Beschäftigung mit den Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten des Lebens.

Verkehrsfunk

Die stärkste unter den Mobilitätseinschränkungen einer alternden Gesellschaft ist der Investitionsstau. Fast fünfundzwanzig Milliarden Euro Fördergelder sind in diesem Jahr nicht abgerufen worden, die von der Bundesregierung für Modernisierungsprojekte wie den ländlichen Breitbandausbau zur Verfügung gestellt wurden. Doch es mangelt nicht an Ideen und Aufgaben. Blockiert werden die Vorhaben vielmehr durch einen gewaltigen Vorschriftenwust und Regulierungsdschungel, durch Verwaltungsvorgaben, ängstliche Beamte, übervorsichtige Behörden, Antragspflichten und Entscheidungsverweigerung. Zur Erneuerungslust gehört wesentlich die Vorliebe für den anarchischen Aspekt des Handelns. Nicht der Mangel an Kräften, sondern deren organisierte Bündelung, um das Bestehende abzusichern, zeichnet Menschen aus, die der Zukunft weniger zutrauen, als die Gegenwart ihnen bietet. Sie verstehen letztlich nicht, dass sie im besten Sinn nur dann das sein können, was sie sind, wenn sie mehr sein wollen als das, was sie sind.

Inzwischen

Zwischen den Jahren meinen es die Tage gut mit den Menschen. Sie fordern kaum, bringen aber auch nur Geringes. Vorhergesehenes geschieht nicht; das Unvorhergesehene bleibt meist aus. So erinnert die Zeit an das, was möglich wäre, ließe man sich von ihr nicht unters Diktat setzen. Und dass der Druck, den sie gewöhnlich ausübt, auch eine große Geste der Barmherzigkeit darstellt, weil ohne ihn das Allerwenigste das Licht der Welt erblickte.