Seit einiger Zeit beginnen ungezählt viele Nachrichten, per Mail oder Messenger verschickt, mit der Standardfloskel „Ich hoffe, es geht Ihnen gut“. Nichts trostloser als diese einfallsfreie Eröffnung, nichts hohler als diese Hoffnung, die schon deswegen keine sein kann, weil sie auch von wildfremden Menschen gedankenlos nachgeplappert wird. Ob hier künstliche Intelligenz ihren Mangel an Kunstfertigkeit in der Sprache schon zeigt? Oder die Armut sich ausdrückt, die nicht einmal mehr weiß, wie sich eine Anrede sinnvoll formulieren lässt, die gewinnt und interessiert? Man kann nur hoffen, dass es jenen noch gutgeht, denen sonst nichts mehr einfällt, um eine Beziehung schriftlich auf- oder gar auszubauen.