Es ist ein altbekanntes und dennoch immer wieder verblüffendes Phänomen, dass wir erst im Moment des Verlusts so recht wertschätzen können, was abhanden gekommen ist. Die Präsenz des Absenten zeigt sich als Schmerz. Der zieht und ist freilich stechender, wenn geliebte Menschen aus dem eigenen Leben getreten sind, als bei Dingen, die unersetzbar zerbrachen. Und doch durchdringt dieses Weh hier wie dort eine Sehnsucht nach dem Entschwundenen. Lässt sich das übertragen ins Denken? Es fällt uns leichter, gerade bei den großen Begriffen wie Freiheit, Wahrheit, Verantwortung, anzugeben, was wir mit ihnen vermissen als umgekehrt eine tragfähige und zureichende Bestimmung ihrer Bedeutung zu geben. Erst im Negativen findet sich eine Position.