Schreiben

Jürgen Werner, Tagesrationen. Ein Alphabet des Lebens, Frankfurt 2014, 276 S., geb. 21,90 €

Umschlag„Das menschlichste Wort.“ So steht es im kürzesten Stück des Buchs. Es handelt vom „Ja“, der einfachen und bedingungsfreien Zustimmung zum Leben. Mit der knappen Zeile formuliert Jürgen Werner eine Art Leitfaden, der sich sublim durch alle seine Texte zieht. Die hier versammelten hundertfünfzig Stücke beschreiben das variantenreiche Selbstverstehen des Menschen, wie es nur möglich ist im neugierigen Wechselspiel mit der Welt. In „Tagesrationen“ wohlportioniert, als regelmäßige Lesenahrung bestens zu verdauen, legen sie die großen und kleinen Wörter unseres Lebens so überraschend aus, dass sie noch einmal gehört werden und aufhorchen lassen. Was steckt in Begriffen wie Angst, Vertrauen oder Respekt wirklich? Warum stören wir uns manchmal an Ausdrücken wie gelegentlich, nett oder kleinlich? Worin liegt der Zauber von Wendungen, die eigentlich Kurzgeschichten sind: erste Liebe, roter Teppich oder in flagranti? Warum finden sich in unserer Rede feste Paare: Denken und Sprechen, Frauen und Männer, Himmel und Erde? Oft sind es geschenkte Wörter, die den Autor regelmäßig in Reflexionen gelockt haben, sie entstammen den Wegen und Umwegen des Nachsinnens, Anstößen von außen, Gelegenheitsfunden. Unter ihnen finden sich solche, die das Leben nicht nur leiten, es heilsam unterbrechen oder zu ersetzen versuchen: Wörter, die selber Leben sind. Das „Ja“ kann diese Eigenschaft annehmen. Was aber, wenn es einem dabei die Sprache verschlägt?

Das Buch ist beim Verlag oder im Buchhandel zu bestellen.

 

Der Illustrationsband zu den Tagesrationen:

Sprachbilder. Ein illustriertes Alphabet des Lebens,
hg. von Hans-Georg Pospischil und Jürgen Werner, Frankfurt 2015, 164 S., geb. 21,90 €

Sprachbilder TitelseiteEntsprechungen sind mehr als Antworten. Sie stellen sich ein, wenn Rede und Gegenrede auf ein Drittes zustreben, das sie beide im besten Fall übersteigt: eine gemeinsame Einsicht, ein fortlaufendes Gespräch, eine verbindende Aufgabe. So entstanden die „Sprachbilder“, als Entsprechungen zu den „Tagesrationen“. Hundertfünfzig Wörter, von Abschied bis Zweisamkeit alphabetisch geordnet, sind in beiden Büchern identisch aufgelistet. In den „Tagesrationen“ hat Jürgen Werner so seinen Miniaturessays, Aphorismen, philosophischen Entwürfen zu den großen und kleinen Wörtern des Lebens eine publizistische Form gegeben. Zu jedem dieser Begriffe sind nun mit diesen „Sprachbildern“ Illustrationen hinzugekommen. Sie entstanden in der Klasse von Hans-Georg Pospischil an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, orientierten sich an der Ordnung der gewählten Kategorien, nicht unbedingt am Inhalt der Texte aus den „Tagesrationen“. Eine Illustration ist in dem Maße gelungen, wie sie es schafft, den Betrachter zu verführen, über sie hinauszugehen; eine Wortwendung glückt, wenn sie den Leser dazu bringt, der Welt genauer oder überraschender zu begegnen. Das setzt aber voraus, dass jedes der beiden Medien eine Dimension eigenen Rechts darstellt: auf dass die Bilder zurück ins Sprechen führen, so wie das Reden nach Anschauung verlangt.

 

Jürgen Werner, Die sieben Todsünden. Einblicke in die Abgründe menschlicher Leidenschaft, Stuttgart 2000, 224 Seiten

Jürgen Werner, Die sieben TodsündenWieviel Bosheit braucht der Mensch? Wieviel Lüge, um wahrhaftig zu sein; wieviel Niedertracht, um als groß zu gelten? Kann nur der menschlich sein, der auf der Klaviatur des Unmenschlichen virtuos zu spielen vermag? Das Buch lädt ein, in die Abgründe unserer Leidenschaften zu blicken. Und bemüht dabei eine alte Lehre: die sieben Todsünden. Wollust, Neid, Geiz, Völlerei, Zorn, Hochmut und Trägheit – sie gelten seit dem frühen Mittelalter als die Wurzeln aller Affekte. An ihnen entscheidet sich, was gut, was böse ist. Die meisten Bosheiten besitzen eine schöne Seite, und im Gutmenschen steckt auch etwas Teuflisches. Der Neid ist ein großartiger Analytiker mit messerscharfem Blick, der Geiz ein Schätzesammler, der Zorn reagiert mit seinem feinem Gespür auf das geringste Unrecht, der Hochmut repräsentiert ein markantes Selbstbewußtsein, und die Trägheit pflegt den geduldigen Genuß. Da fehlen nur noch Wollust und Völlerei, denen man die pralle Lebensfreude auf Anhieb abnimmt, und dabei manchem falschem Versprechen aufsitzt. Menschen sind Wesen, die immer mehr sein wollen, als sie sind, um das zu sein, was sie sind. Durch Begehren und Besitzen versuchen sie ihren Mangel auszugleichen und machen sich anfällig für die Maskerade des Bösen. Die Sünde tritt auf in vielen Verwandlungen und unter falschem Namen. Ohne dieses Versteckspiel wäre unsere Welt sicher ärmer. Ob sie mit ihm besser ist?

Die Sieben Todsünden kann man zur Zeit nur als eBook erwerben.

 

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